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ZUKUNFT GESTALTEN

Vom Schulhof bis zum Podcast: Wo Kirche junge Menschen erreicht

Wie und wo können junge Menschen für Glaubensfragen begeistert werden? Diese Frage führt mitten hinein in den Schwerpunkt „Anfänge im Glauben“ und bildet zugleich einen Kern der Arbeit in der Bildungsabteilung im Landeskirchenamt und im Landesjugendpfarramt.

Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihres Alltags in der Schule, treffen sich bei Freizeitangeboten oder suchen sich über digitale Medien eigene Zugänge zu Themen, die sie interessieren. Wenn Kirche also junge Menschen erreichen will, muss sie auch dort sein, wo ihr Alltag stattfindet.

Kinderhände

Ein Beispiel dafür ist der Ganztag. Ab Sommer 2026 haben Grundschulkinder schrittweise Anspruch auf ganztägige Betreuung. Schule wird damit noch stärker zu einem Ort, an dem Kinder ihren Alltag verbringen und Erfahrungen sammeln. 

Kirche beteiligt sich an dieser Entwicklung und bringt sich mit eigenen Bildungsangeboten ein. Dabei geht es nicht darum, zusätzlichen Religionsunterricht zu erteilen, sondern Kindern Räume zu eröffnen, in denen sie über Fragen des Lebens, über Werte und über Glauben ins Gespräch kommen können. So wird ein Ort, den Kinder ohnehin besuchen, zugleich zu einem Ort erster Berührung mit dem Glauben.

Auch das Landesjugendcamp zeigt, dass junge Menschen sich auf Glaubensfragen einlassen, wenn sie eigene Zugänge und Gestaltungsmöglichkeiten bekommen.

Landesjugen Camp_ Christian Dolle
Bild: Landesjugendcamp 2026, Bild: Christian Dolle

Das alle zwei Jahre stattfindende Camp brachte 2026 rund 1.800 Jugendliche für vier Tage nach Verden. Unter dem Motto „Auftauchen, wo Glaube Wellen schlägt“ wurde gemeinsam gefeiert, Musik gemacht und über Glauben gesprochen. Das Camp wird von Jugendlichen für Jugendliche gestaltet. Eine Teilnehmerin beschreibt, was das für sie ausmacht: „Am Landesjugendcamp hat mich begeistert, dass die Jugendlichen ihre Themen loswerden konnten, dass ihre Meinung wichtig war und sie ihre Fragen stellen konnten.“

Was Jugendliche mit Glauben verbinden, kann ganz unterschiedlich sein. Ein Jugendlicher beschreibt es so: Am Glauben begeistert mich, dass ich etwas hab, woran ich, gemeinsam mit anderen Menschen, festhalten kann. Auch wenn es mal schwierige Zeiten sind.“
Eine andere Jugendliche sagt: „Mich begeistert an meinem Glauben, dass er ein Gemeinschaftsgefühl schafft, obwohl wir vielleicht nicht alle an das Gleiche glauben.“

Auch digitale Formate können neue Zugänge zu Glaubensfragen eröffnen. Im Podcast Die Studentin und die Frau Pastorin“ der Evangelischen Studierendengemeinde Hannover sprechen Pastorin Judith Uhrmeister und Studentin Clara Behnke über Bibeltexte. 

Podcast_Studentin und Frau Pastorin
Bild: https://www.esg-hannover.de/Podcast

Die eine glaubt an Gott, die andere nicht. Gerade dieser Unterschied macht die Gespräche spannend. Gemeinsam schauen sie auf biblische Texte und laden ein, diesen eine zweite Chance zu geben.

Damit die vielen unterschiedlichen Angebote für junge Menschen stärker zusammengedacht werden können, ist der Denkraum entstanden. Menschen aus Kirchengemeinden, Kirchenkreisen, Schulen, Kitas, Jugendverbänden, Bildungseinrichtungen, Diakonie und anderen Bereichen tauschen sich darüber aus, wie Kinder und Jugendliche an verschiedenen Stationen ihres Lebens gut begleitet werden können.

Im Mittelpunkt steht dabei eine biografieorientierte Arbeit und die Frage, wie kirchliche Akteure gerade an den Übergängen zwischen den Lebensabschnitten besser zusammenarbeiten können.

Aus dem Denkraum sind erste gemeinsame Leitlinien entstanden. Geplant sind außerdem digitale Übersichten über Angebote und Ansprechpersonen sowie weitere Formen der Zusammenarbeit.

Die Beispiele machen deutlich: Glaubensfragen können an ganz unterschiedlichen Orten ihren Platz haben. Die Bildungsabteilung schaut deshalb darauf, wo junge Menschen erreicht werden können, welche Möglichkeiten sich dort für kirchliche Arbeit ergeben und fördert und unterstützt diese Arbeit. Hier wird der Schwerpunkt „Anfänge im Glauben“ konkret.

Kontakt:
Sekretariat der Abteilung 4 - Bildung, Schule, Kinder und Jugend im Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Mehr Infos zu den vielen Angeboten für Kinder und Jugendliche unter:

Anfänge im Glauben

Was begeistert dich am Religionsunterricht?

In dieser Rubrik fragen wir regelmäßig: Was bedeuten Anfänge im Glauben* für dich? Diesmal lassen wir Grundschulkinder zu Wort kommen. Für sie haben wir die Frage etwas alltagstauglicher übersetzt: Was begeistert dich am Religionsunterricht? Ihre Antworten zeigen, was Kinder anspricht, was sie bewegt und wo kleine Anfänge im Glauben ihren Platz finden.

Das begeistert mich am RU

*Schwerpunkt: Anfänge im Glauben

Die Landeskirche Hannovers richtet ihre Arbeit in den kommenden Jahren auf den Schwerpunkt "Anfänge im Glauben" aus. Ziel ist es, Menschen in einer sich wandelnden Gesellschaft wieder neu für den Glauben zu öffnen.
Warum dieser Fokus gewählt wurde und was dahintersteht, erfahren Sie auf der Webseite des Zukunftsprozesses.

Zu der Schwerpunktsetzung

Blick über den Tellerrand

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben es geschafft, das Projekt zum Scheitern zu bringen!

Die Headline klingt ironisch, ist aber ernst gemeint. Wenn im Job oder im Ehrenamt die Entscheidung fällt, ein Projekt nicht weiterzuführen, geht für die Verantwortlichen oft eine Welt unter. Es wurde viel Zeit und Geld investiert, viele Hoffnungen waren damit verbunden. Und jetzt wird das Projekt vorzeitig beendet. Was bleibt, ist häufig die Frage: Was ist schiefgelaufen?
In der Forschungsabteilung X, einer Innovationsschmiede von Alphabet (ehemals Google X), hat dieser Moment allerdings einen anderen Charakter. Wenn ein Team hier ein Projekt abbricht, weil es herausgefunden hat, dass die Idee nicht funktioniert, wird es nicht kritisiert. Im Gegenteil: Das Team bekommt Applaus, wird gefeiert und erhält sogar Boni.

Astro Teller, Leiter der Abteilung X, beschreibt in einem Interview, wie ungewohnt dieses Vorgehen anfangs für die Mitarbeitenden war. Als er zum ersten Mal ein Team dafür auszeichnete, ein Projekt abgebrochen zu haben, herrschte zunächst Schweigen. Die Botschaft war für viele schwer zu verstehen: Wie kann das Scheitern eines Projekts ein Erfolg sein?
Heute ist diese Haltung Teil der Unternehmenskultur. Hier gilt nicht das Durchhalten um jeden Preis als Zeichen von Engagement. Anerkannt wird vielmehr, wenn Teams frühzeitig erkennen, dass eine Idee nicht trägt, und daraus Konsequenzen ziehen. 

astro-teller_TED talk
Bild: TED Talk von Astro Teller

Denn die Erkenntnis, dass ein Weg nicht weiterführt, hat einen großen Wert. Sie spart Ressourcen und schafft Raum für neue Möglichkeiten. Das Bemerkenswerte ist nicht, dass X das Ende eines Projekts akzeptiert; das tun viele Organisationen. Das Bemerkenswerte ist, dass das Beenden bewusst positiv besetzt ist. Die Mitarbeitenden lernen dadurch, nicht an einer Idee festzuhalten, nur weil bereits viel Zeit und Energie investiert wurde.

Wenn wir dieses Prinzip auf unsere Landeskirche beziehen, würde dies beispielsweise bedeuten, dass eine Gemeinde, die ein Gebäude aufgibt, nicht nur Trost erfährt, sondern auch Anerkennung, weil sie genau hingeschaut und gehandelt hat. Für eine Institution, die sich eher über das Bewahren definiert als über das Loslassen, wäre das ein ungewohnter Ton. Doch vielleicht würde uns ein solcher Perspektivwechsel guttun. Wenn Loslassen in erster Linie als Gewinn verstanden wird, weitet sich der Blick für das, was jenseits des Gewohnten an neuen Möglichkeiten liegt.

Was halten Sie von einem solchen Perspektivwechsel?
Kann Loslassen für die Landeskirche auch ein Gewinn sein? Und sollte das bewusste Beenden von Projekten, Angeboten oder Strukturen stärker anerkannt und gefeiert werden? Oder besteht dabei die Gefahr, Dinge zu schnell aufzugeben?

Schreiben Sie uns gerne Ihre Gedanken hierzu. Wir sind gespannt auf Ihre Sicht.

E-Mail an: zukunftsprozess@evlka.de

Unsere Kirche von morgen

Erfahren Sie mehr über unsere langfristige Vision einer zukunftsfähigen Kirche und entdecken Sie, wie Sie den Wandel aktiv mitgestalten können.

Alle Informationen zum Zukunftsprozess finden Sie auf unserer Webseite!

www.zukunftsprozess.de
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